Nach dem Krieg heiß auf Fußball

Die SpVgg Höhenkirchen feiert heute ihr 60-jähriges Bestehen

VON BERNADETTE HEIMANN Höhenkirchen - Es ist erstaunlich, dass wenige Monate nach Kriegsende, in einer Zeit voller Not und Elend, einige junge Männer die Kraft und den Elan hatten, einen Sportverein zu gründen. Mit rund 2100 Mitgliedern ist die SpVgg Höhenkirchen heute der größte Sportverein im Ort und einer der größten des Landkreises. Heute feiert die SpVgg ihr 60-jähriges Bestehen.

Die Vereins-Historie begann mit Fußball, der schon in den 20-er und 30-er Jahren gespielt wurde: FC Höhenkirchen hieß der erste Sportverein, der 1939 bei Kriegsbeginn aufgelöst wurde. Im August 1945 trafen sich 32 sportbegeisterte Männer beim Hauserwirt und unterschrieben ein Gesuch an die Militärregierung betreff Erlaubnis zur Vereinsgründung.

Die eigentliche Gründung der Spielvereinigung Höhenkirchen fand am 22. September 1945, also heute vor 60 Jahren, im Wohnzimmer von Andreas Annetzberger statt, dem späteren Kreisvorsitzenden des Bayerischen Landessportverbands. Die Vereinsbegründer wählten den Namen in kluger Voraussicht, damit sie später noch andere Sportgruppen dazunehmen konnten.

Die Spielvereinigung, nach dem Krieg einer der ersten Sportvereine im Landkreis, wurde dem Bayerischen Sportverband angegliedert. Der erste Vorsitzende war Karl Schneider. Mit Josef Ach, Fritz Bußjäger, Rudolf Glas und Georg Moser gehören heute noch vier Gründungsmitglieder dem Verein an. Vom kurzzeitigen Bestehen einer Berg- und Skiabteilung abgesehen, war bis zum Jahre 1968 Fußball die einzige Sportart. Im November 1968 kam eine Schach-Abteilung dazu, drei Jahre später folgte Gymnastik. Gleich drei Abteilungen wurden 1972 gegründet: Männerturnen, Stockschießen und Tennis. 1976 wurde eine Volleyball-Abteilung ins Leben gerufen. Vorausgegangen war die Auflösung der Abteilung Männerturnen. 1977 folgte die Gründung der Abteilung Karate. Mit der Ausdehnung des Angebotes stiegen die Mitgliederzahlen. 1970 zählte der Verein nur 170 Mitglieder - bereits acht Jahre später erreichte die SpVgg die magische Zahl 1000.

Über 2000 Mitglieder Nachdem 1990 Tischtennis und 1992 Basketball dazu kamen, hat der Verein nun über 2000 Mitglieder. "Wir sind sehr stolz, eine so breite Palette an Sportarten anbieten zu können", betont Hans Steindl, Vereinsvorsitzender seit 2000. Abgesehen davon, dass sehr gute und mehrfach ausgezeichnete Sportler dem Verein angehörten, leiste er einen enormen Beitrag zur Förderung der Gesundheit, der Jugend und der sozialen Integration. "Wir sind ein Aktivposten im Gemeindeleben."

Bernadette Heimann / mm vom 22.09.2005